Chronik
FC “Blau-Weiß“ Karbach 1920 e.V.
Die Gründungsjahre
Der Fußballverein FC Karbach wurde 1920 gegründet. Es waren die ersten Jahre der Weimarer Republik, der erste Weltkrieg war gerade zwei Jahre vorüber. Für die meisten heute eine unwirkliche Zeit, die man nur aus Geschichtsbüchern und Erzählungen der älteren Generationen kennt. Diese Zeit war geprägt durch große wirtschaftliche Armut und Neubeginn. Die Hunsrücker lebten überwiegend von der Landwirtschaft und kleineren Handwerksbetrieben.Es war die Zeit ohne moderne Kommunikation. Fußball wurde nicht im Fernsehen geboten, sondern man musste sich selbst sportlich betätigen. Obwohl der Arbeitstag sehr oft durch zwölf und mehr Stunden harte körperliche Arbeit bestimmt war, freute man sich auf eine willkommene Abwechslung am Wochenende: Fußball. Das erste noch vorhandene Foto einer Karbacher Mannschaft stammt aus dem Jahre 1928.
Gespielt wurde zu dieser Zeit in der DJK-Verbands-Klasse: der katholischen Deutschen Jugendkraft. Der Fußballplatz befand sich schon damals auf dem Quintinsberg. Allerdings war die Beschaffenheit des Platzes mit heutigen Maßstäben nicht vergleichbar. Es handelte sich um ein mit Steinen (dies war allgemein auf dem Hunsrück so üblich), Unkraut und Heidekraut bedecktes Feld. Das Heidekraut wurde von Zeit zu Zeit gemäht und in der Landwirtschaft als Stallstreu genommen. Immer wieder musste man zum “Stän räffe of de Berisch“, um den Platz überhaupt bespielbar zu machen.Die Tore zimmerte man sich selbst. Damalige Gegner waren: Buch, Mörsdorf, Bickenbach und Halsenbach. Von unserer Mannschaft spielten Quintinus Retzmann als Torwart, Hermann Retzmann und Willi Mallmann in der Hunsrückauswahl.
So ging es bis zum zweiten Weltkrieg. Dieser unterbrach die fußballerischen Aktivitäten, denn die Männer mussten in den krieg ziehen.
Nach dem Krieg galt es, eine neue Mannschaft zu finden und die Fußballtradition fortzuführen. Wieder einmal hatten die Menschen in unserem Land große Soziale und wirtschaftliche Probleme. Viele Männer waren im Krieg gefallen, vermisst oder aber in Kriegsgefangenschaft. Karbach war durch Luftangriffe stark in Mitleidenschaft gezogen, eine Reihe von Familien ohne ein Dach über dem Kopf. Die Armut, gemessen an der heutigen Wohlstandsgesellschaft war unvorstellbar.Es galt das Land wieder aufzubauen und hart zu arbeiten.
Trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen –oder aber auch gerade wegen dieser “Notsituation“ –war der Fußball eine Abwechslung. Der Sportplatz ein Ort, um die täglichen Sorgen für wenige Stunden zu vergessen.
Man begann in der 2. Kreisklasse und schon in der Saison 1948/49 gelang der Aufstieg in die 1. Kreisklasse.
Die Mannschaft fuhr mit dem “Holzvergaser“ zum Entscheidungsspiel nach Beulich. Karbach schlug die Mannschaft aus Burgen mit 4:1.
21 Jahre A-Klasse
In Karbach entwickelte sich eine Fußballbegeisterung, man war stolz auf seine Fußballer und identifizierte sich mit dem Verein. Dieses fand einen ersten Höhepunkt im Jahre 1951.
Karbach schaffte den Aufstieg in die A-Klasse. Unsere Mannschaft gewann das entscheidende Spiel gegen Nastätten auf dem Quintinsberg mit 2:1. Die Freude und Begeisterung war riesig. Man hatte den Aufstieg in die A-Klasse geschafft und es begann die lange Zeit der A-Klassen Ära.
In den Folgejahren wurde Karbach zu einer Fußballhochburg.
Gegner waren: St.Goar, Dahlheim, Nastätten, Oberlahnstein, Braubach, Oberwesel, Urbar, Leiningen und Liesenfeld. Bei den Topspielen, z.B. Karbach gegen Urbar kamen über 600 Zuschauer. Der Fußball stand im Mittelpunkt dieser Generation.
Bis zum Jahre 1963 sah die Fußballorganisation in Deutschland so aus:
Oberliga Südwest
(es gab 5 Oberliga-Staffeln, noch keine Bundesliga)
(hier spielten z.B. Kaiserslautern und TuS Neuendorf)
2. Liga Südwest
1. Amateurliga Rheinland
2. Amateurliga Rheinland
A – Klasse
Und in dieser A-Klasse spielte Karbach. 1963 wurde die Fußballorganisation in Deutschland neu gegliedert. Man führte eine bundesweite Liga ein, die Bundesliga. Von dieser Neugliederung war auch die A-Klasse betroffen. Die fünf ersten Mannschaften der A-Klassen St.Goar, Simmern und Cochem wurden zu einer überregionalen A-Klasse zusammengeführt. In diese Klasse kamen aus unserer näheren Umgebung:
Karbach, Urbar und Liesenfeld.
Das erste Spiel in dieser neuen A-Klasse musste in Argenthal ausgetragen werden. Karbach schlug Argenthal mit 3:2. Ende der 60er Jahre hatten wir aber nicht nur eine hervorragende 1. Mannschaft, sondern auch eine spielstarke 2. Mannschaft.
So spielte Karbach seit 1951 ununterbrochen in der A-Klasse. Unterschiedliche Mannschaftskader mussten zusammengestellt werden. Es gab Jahre an der Tabellenspitze und Jahre im Kampf gegen den Abstieg, doch konnte die Klasse immer gehalten werden.